Von D nach B - in 13 Monaten

Ziemlich genau 13 Monate ist es her, dass wir unser erstes Senioren II D STD - Turnier in Viernheim getanzt haben. In "fortgeschrittenem Alter" und nach 12 Jahren Tanzschule war es für uns schon eine aufregende Sache, mit dem Tanzsport zu beginnen. Natürlich haben wir bei diesem Turnier nicht allzu viel erreicht - immerhin wurden wir aber nicht Letzte und konnten die ersten Aufstiegspunkte mitnehmen. Die größten Schwierigkeiten bestanden darin, falsch eingeprägte Bewegungsabläufe zu korrigieren. Der Unterschied von Tanzschule zu Tanzsport ist einfach zu gravierend! Im Tanzsport kommt es auf Bewegung im Raum, Bewegung im Körper, Dynamik und korrekte Technik an - in der Tanzschule stehen diese Parameter doch eher im Hintergrund. Und ehrlich gesagt kämpfen wir auch heute ab und an noch mit diesem "Handicap" ... selbst 3-4 Trainingseinheiten in der Woche und viele Trainerstunden können das kurzfristig nicht komplett abstellen. An dieser Stelle gehört es sich auch, dass wir uns für die nahezu unendliche Geduld bei unseren Trainern Maria Mimrikova und Emil-Daniel Leonte bedanken!

Der sportliche Wettkampf und das Miteinander auf den Turnieren hat uns von Anfang an großen Spaß gemacht. Irgendwie ist die Tanzsportszene wie eine große Familie - man trifft sich immer wieder und freut sich darauf. Es dauerte auch nicht lange, bis sich dann die ersten Erfolge einstellten. Wir tanzten Finals und konnten Turniere gewinnen. Unser großes Ziel jedoch war die Landesmeisterschaft im März 2018. Auf dieses Turnier haben wir uns so intensiv wie auf kaum ein anderes vorbereitet - uns fehlten zwar nur noch wenige Aufstiegspunkte für die nächste Klasse, aber als Landesmeister aufzusteigen hätte uns noch besser gefallen. Die Mühe und der Einsatz haben sich schließlich ausgezahlt. Mit 17 von 21 Einsen durften wir uns fortan Landesmeister der Senioren II D Standard nennen und sind in die nächsthöhere Klasse, die "C" aufgestiegen. Ein Moment, auf den sich vor allem die Damen ganz besonders freuen! Denn ab der "C" dürfen diese endlich ihr Turnierkleid tragen ... wir Herren dürfen jetzt wenigstens eine Weste über das Hemd anziehen. Davor war für beide grundsätzlich nur Trainingskleidung erlaubt. Die neue Klasse bedeutete aber auch, einen zusätzlichen Tanz zu trainieren. Der Slowfox wird in der Einsteigerklasse noch nicht getanzt. Ab März 2018 hieß es dann also für uns, den Langsamen Walzer, Tango, Slowfox und Quickstep möglichst unfallfrei zu präsentieren.

Und auch in der neuen Klasse dauerte es erst einmal eine Weile, bis wir angekommen waren! Das jedoch ist vollkommen normal. Ein erstes Gefühl für das volle Turnierprogramm bekamen wir schließlich auf Turnieren in Österreich. Dort wird nämlich der Wiener Walzer bereits in der C getanzt - bei uns in Deutschland kommt dieser erst in der B-Klasse dazu. Glücklich kann sich der schätzen, der eine gute Rundenauslosung erwischt! Ich weiß gar nicht was anstrengender ist - nach dem Tango stehen bleiben, um den Wiener Walzer zu tanzen oder nach dem Walzer stehen bleiben, um den Slowfox zu tanzen ... egal wie, eine gute Kondition ist ein absolutes Muss! Sonst wird es eng mit den Kreuzen und damit mit der nächsten Runde. Doch auch in der neuen Klasse waren wir dann irgendwann soweit, wieder Platzierungen und Punkte zu holen. Im September 2018 beschlossen wir, die Landesmeisterschaft der Senioren I in Karlsruhe zu tanzen. Der Plan war lediglich, noch eine weitere Platzierung und Punkte zu sammeln. Immerhin sind die Paare in dieser Altersklasse bis zu 20 Jahren jünger ... da darf man sich realistisch betrachtet nicht wirklich viel ausrechnen.

Und wie so oft kommt dann plötzlich wieder alles ganz anders als man es erwartet - wir gingen in Karlsruhe als Landesmeister vom Parkett. Damit haben wir nun wirklich nicht gerechnet! Das Schöne daran ist ... jetzt darf auch ich endlich die finale Turnierbekleidung, den Frack, tragen. Die Kehrseite der Medaille - wir dürfen/müssen jetzt die B tanzen. Gut, es gibt nun keine Schrittbegrenzung mehr doch das Tanzen ist wirklich eine komplett andere Nummer als in den vorhergehenden Klassen. Ich bin sicher, jetzt wird es nicht mehr so schnell voran gehen und es werden viele Trainingsstunden notwendig sein, um auch hier wieder den Anschluss zu finden. Zuerst einmal müssen jedoch die neuen Programme sitzen - das alleine wird schon aufwändig genug. Aber man wächst ja bekanntlich an den Aufgaben ...

Rückwirkend betrachtet bereuen wir keine Sekunde, den Schritt in den Turniersport gewagt zu haben. Ich kann jedem Interessierten nur empfehlen, es zu versuchen. In den letzten 13 Monaten haben wir viele Turnierorte kennen gelernt. Unsere persönlichen Highlights waren die DanceComp in Wuppertal (ein ganz wunderbares Ambiente) und die TBW-Trophy in Reilingen (Respekt an das Orgateam, da hat wirklich alles gepasst). Leider gibt es aber auch ein negatives Highlight. Das blaue Band der Spree in Berlin tanzen wir definitiv nicht mehr. Die unteren Klassen werden in einen wirklich katastrophalen Nebenraum abgeschoben (so muss man das tatsächlich ausdrücken) und die Organisation habe ich auf noch keinem anderen Turnier als so schlecht empfunden. Hinzu kommt ein Startgeld in fast unverschämter Höhe! Sorry, aber der Name und das Renommee alleine reichen nicht aus - da erwarte (nicht nur) ich einfach etwas mehr.

Ich bin gespannt, was ich nach der nächsten Landesmeisterschaft im März 2019 so berichten kann - bis dahin heißt es aber nur noch trainieren, trainieren, trainieren!

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